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Erdbeer-Saison 2026: Frisch vom Feld in deiner Region

Ende Mai läuft die deutsche Erdbeer-Saison auf vollen Touren. Wir zeigen dir, welche Sorten gerade reif sind, welche Bundesländer am meisten anbauen und wo du Erdbeeren direkt beim Erzeuger oder zum Selbstpflücken bekommst.

Regional-bei-dir.de Team

Erdbeer-Saison 2026: Frisch vom Feld in deiner Region

Ende Mai – und damit mitten in der deutschen Erdbeer-Hochsaison. Nach Spargel ist die Erdbeere das zweite große saisonale Highlight im Frühsommer: Auf Feldern und in Folientunneln reifen jetzt die ersten Freilandfrüchte heran, Hofläden und Wochenmärkte füllen sich mit roten Schälchen, und die ersten „Erdbeeren selber pflücken"-Schilder stehen an den Landstraßen.

In diesem Artikel erfährst du, wann die Saison offiziell läuft, welche Sorten gerade reif sind, wo in Deutschland die wichtigsten Anbauregionen liegen und wo du Erdbeeren regional und direkt beim Erzeuger einkaufst.

Reife Erdbeeren der Sorte Senga Sengana – einer der bekanntesten deutschen Erdbeer-Klassiker

*Bildnachweis: „Erdbeere Senga Sengana" von 3268zauber, lizenziert unter CC BY-SA 3.0.*

Die Erdbeer-Saison auf einen Blick

Die deutsche Erdbeer-Saison beginnt in der Regel Ende April / Anfang Mai mit den ersten Früchten aus Folientunneln und unter Schutzabdeckungen. Die Freiland-Hauptsaison läuft von Mitte Mai bis Anfang Juli, in kühleren Lagen auch noch bis Mitte Juli. Spätsorten und tragende Pflanzen (sogenannte „remontierende" Sorten) liefern bis in den Herbst hinein.

Wer regional und saisonal einkaufen möchte, sollte jetzt zugreifen. Einen Überblick über alle heimischen Obst- und Gemüse-Saisons bieten der Saisonkalender der Verbraucherzentrale und der Saisonkalender des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE).

Was wir „Erdbeere" nennen – ist gar keine Beere

Botanisch ist die Gartenerdbeere (*Fragaria × ananassa*) eine Sammelnussfrucht aus der Familie der Rosengewächse. Das, was wir essen, ist eigentlich der fleischig verdickte Blütenboden – die echten Früchte sind die kleinen gelben „Körnchen" auf der Oberfläche.

Die Sorte entstand im 18. Jahrhundert in Europa durch eine zufällige Kreuzung zweier amerikanischer Wildarten (*Fragaria chiloensis* und *Fragaria virginiana*). Der kommerzielle Anbau in Deutschland begann um 1840 in Staufenberg bei Baden-Baden – damit ist die Erdbeere eine der ältesten Kulturfrüchte des modernen deutschen Obstbaus.

Die wichtigsten Sorten in Deutschland

Auf deutschen Feldern dominieren wenige Sorten – je nach Reifezeitpunkt und Verwendung:

  • Honeoye – frühe Sorte, leicht säuerlich, kräftig rot
  • Clery – früh, mild und süß, kompakt
  • Elsanta – die meistangebaute Sorte, mittlere Reife, transportstabil
  • Sonata – nach Elsanta reif, aromatisch
  • Senga Sengana – Klassiker für Marmelade und Tiefkühlware
  • Mieze Schindler – historische Spätsorte mit besonders intensivem Aroma, eher in Hofläden und auf Wochenmärkten als im Supermarkt

Wer den vollen Geschmack sucht, sollte auf dem Markt oder im Hofladen nach den weniger transportstabilen, dafür aromatischeren Sorten fragen – also etwa Mieze Schindler oder reife Sonatas direkt vom Erzeuger.

Erdbeeren in Zahlen: die Bilanz 2025

Erdbeeren sind die mit Abstand wichtigste Beerenfrucht Deutschlands. Laut Statistischem Bundesamt sah die Erdbeerbilanz 2025 so aus:

KennzahlWert 2025Trend
Freiland-Anbaufläche8.100 Hektar−4 % zum Vorjahr
Anbaufläche gesamt (inkl. Schutzabdeckung)12.721 Hektarleicht rückläufig
Erntemenge Freilandca. 75.500 Tonnenniedrigste Erntemenge seit 1995

Der Rückgang hat mehrere Gründe: steigende Produktionskosten, sinkende Großhandels-Preise und – wie schon beim Spargel – starke Trockenheit im Frühjahr 2025. Viele kleine Erdbeerbetriebe haben in den letzten Jahren aufgegeben. Umso wichtiger wird es, die verbliebenen regionalen Erzeuger zu unterstützen.

Die großen Erdbeerregionen in Deutschland

Drei Bundesländer dominieren den deutschen Erdbeer-Anbau. Bei der Erntemenge 2025 lag das Ranking laut Destatis so:

1. Nordrhein-Westfalen – rund 18.600 Tonnen (Schwerpunkte u. a. Niederrhein, Münsterland, Soester Börde)

2. Niedersachsen – rund 17.800 Tonnen (Region Hannover, Lüneburger Heide, Wendland, Altes Land)

3. Baden-Württemberg – rund 11.800 Tonnen (Oberrheinebene, Bodenseeraum, Bruchsal/Schwetzingen)

Daneben sind auch Bayern (besonders Franken und Niederbayern), Rheinland-Pfalz (Pfalz, Rheinhessen) und Brandenburg wichtige Anbauregionen.

Du willst regionale Hofläden und Erzeuger in deinem Bundesland entdecken? Hier geht's direkt zu den Landing-Pages:

👉 Oder direkt alle Bundesländer auf einen Blick.

Direkt vom Erzeuger: Hofläden & Wochenmärkte

Erdbeeren sind extrem druckempfindlich und reifen nach der Ernte kaum nach. Wer den vollen Geschmack will, kauft sie deshalb am besten dort, wo sie auch geerntet wurden – beim Hofladen, am Verkaufsstand am Feldrand oder auf dem Wochenmarkt.

Hofläden in deiner Nähe

Auf Regional-bei-dir.de findest du Hofläden in ganz Deutschland. Ein paar Einstiegs-Städte mit besonders aktiver Erdbeer-Saison:

👉 Alle Hofläden auf der interaktiven Karte entdecken

Wochenmärkte in deiner Stadt

Zur Erdbeer-Saison lohnt der Gang auf den Markt besonders: Du bekommst mehrere Erzeuger auf engem Raum, oft mit Verkostungsmöglichkeit, und kannst direkt vergleichen.

👉 Alle Wochenmärkte auf einen Blick

Selber pflücken: das Original-Saison-Erlebnis

Eine typisch deutsche Erdbeer-Tradition ist das Selbstpflücken. Viele Höfe öffnen ihre Felder von Mitte Mai bis Anfang Juli für Selbstpflücker – meist zu einem deutlich günstigeren Kilo-Preis als im Laden.

Worauf du beim Selbstpflücken achten solltest:

  • Früh aufstehen: Am Morgen sind die Felder noch nicht abgepflückt, und die Früchte sind kühl.
  • Nicht in der prallen Mittagssonne: Sonst werden die Erdbeeren weich, bevor du zu Hause bist.
  • Nur reife Früchte pflücken: Erdbeeren reifen nach der Ernte nicht mehr nach – grüne Spitzen bleiben grün.
  • Mit Stiel zupfen, nicht reißen: Sonst werden die Früchte schnell matschig.
  • Eigene flache Schalen mitbringen: Hochgestapelte Erdbeeren werden in der unteren Schicht zerquetscht.

Viele Hofläden bieten auch geöffnete Selbstpflück-Felder an. Frag direkt vor Ort oder schau auf die Hofseite – meistens gibt es eine eigene „Erdbeerfeld"-Info.

Frisch erkennen, richtig lagern

Gute Erdbeer-Qualität erkennst du an wenigen Merkmalen:

  • Vollreif und durchgehend rot – auch unter dem grünen Kelch. Weiße Schultern sind ein Zeichen für zu früh geerntete Ware.
  • Glänzende Oberfläche ohne Druckstellen.
  • Frischer, kräftiger Duft – Erdbeeren ohne Geruch wurden meist zu früh gepflückt oder zu kalt gelagert.
  • Trocken – feuchte Schälchen oder Schimmelflecken sind ein klares Stopp-Signal.

Zur Lagerung gilt: Erdbeeren mögen es kühl, aber nicht zu kalt. Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sie sich ein bis zwei Tage. Ungewaschen und nebeneinander auf einem Teller verteilt, nicht aufeinandergestapelt. Erst kurz vor dem Verzehr waschen – sonst saugen sie sich voll Wasser und werden matschig.

Tiefkühlen klappt hervorragend: Erdbeeren entkelchen, einzeln auf ein Blech legen, anfrieren und dann erst in den Beutel umfüllen – so kleben sie nicht zusammen.

Was Erdbeeren auch noch können

Erdbeeren sind nicht nur lecker, sondern auch nährstoffreich. 100 g frische Erdbeeren enthalten:

  • nur ca. 32 kcal (135 kJ)
  • 64 mg Vitamin C – das deckt rund 87 % des Tagesbedarfs eines Erwachsenen
  • viel Folsäure, Kalium und Magnesium

Damit liefern Erdbeeren bei wenigen Kalorien mehr Vitamin C als Zitronen – ein guter Grund, gerade in der Saison reichlich zuzugreifen.

Mehr als Erdbeeren: Was sonst noch Saison hat

Die Erdbeer-Zeit überschneidet sich mit dem Saisonende beim Spargel (24. Juni) und dem Beginn der Süßkirschen, Himbeeren und Stachelbeeren. Auf Wochenmärkten gibt es Ende Mai oft das volle Frühsommer-Sortiment auf einmal. Wenn du gerade dabei bist, lohnen sich diese Anlaufstellen:

Quellen & weiterführende Informationen


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