Reife blaue Zwetschgen mit weißem Reifschleier hängen an einem Zweig über einer sommerlichen Wiese
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Saisonkalender August: Was jetzt frisch aus der Region kommt

Zwetschgen, Mirabellen, Zuckermais und die ersten Sommeräpfel – im August wechselt der Saisonkalender von den Beeren zum Steinobst. Wir zeigen, was jetzt frisch vom Feld und vom Baum kommt und wo du es direkt beim Erzeuger bekommst.

Tobias Leckeband
Foto: Stephan van Helden, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Saisonkalender August: Was jetzt frisch aus der Region kommt

Der August ist der Monat des Wechsels: Die Beerensaison klingt aus, dafür beginnt die Zeit des Steinobsts. Die ersten Zwetschgen und Mirabellen werden gepflückt, auf den Feldern reift Zuckermais, die Zwiebeln kommen aus dem Boden – und zum Monatsende liegen die ersten Sommeräpfel und Hokkaido-Kürbisse im Hofladen. Vieles davon verträgt keine langen Transportwege, weshalb sich der Weg zum Erzeuger jetzt besonders lohnt.

Hier steht, was gerade frisch vom Feld und vom Baum kommt, woran du Reife erkennst und wie du die Ernte richtig lagerst.

Was jetzt Saison hat

Obst aus heimischem Freilandanbau:

  • Zwetschgen und Pflaumen – die frühen Sorten sind da, die Hauszwetschge folgt zum Monatsende
  • Mirabellen – Hochsaison, aber nur ein kurzes Zeitfenster
  • Brombeeren – jetzt in voller Reife
  • Sommeräpfel – Klarapfel und James Grieve, ab Ende August der Gravensteiner
  • Erste Sommerbirnen – Clapps Liebling, gegen Monatsende Williams Christ
  • Heidelbeeren und Herbsthimbeeren – die Beerensaison läuft aus
  • Pfirsiche und Nektarinen – aus deutschem Anbau, vor allem aus der Pfalz
  • Holunderbeeren – ab Ende August, ausschließlich erhitzt zu verwenden

Gemüse frisch vom Feld:

  • Zuckermais – der Neuzugang des Monats
  • Zwiebeln – jetzt wird die Lagerware geerntet
  • Stangen- und Buschbohnen – Hochsaison
  • Freilandtomaten, Paprika, Auberginen, Einlegegurken
  • Weiß- und Rotkohl, Wirsing, Spitzkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Romanesco
  • Zucchini, Mangold, Fenchel, Lauch, Staudensellerie
  • Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Kohlrabi, Rettich
  • Salate, Radieschen, Frühlingszwiebeln – durchgehend frisch
  • Erste Hokkaido-Kürbisse – ab Ende August

Zwetschgen und Mirabellen: das Steinobst des Spätsommers

Zwetschge und Pflaume werden im Alltag gern in einen Topf geworfen, sind aber zwei verschiedene Dinge. Die Zwetschge ist länglich-oval, hat festeres Fruchtfleisch und – der entscheidende Punkt – einen Stein, der sich sauber herauslösen lässt. Die Pflaume ist runder, saftiger und behält ihren Stein meist fest im Fleisch. Für Zwetschgenkuchen oder Datschi führt deshalb kein Weg an der Zwetschge vorbei: Sie zerfällt beim Backen nicht.

Der bläulich-weiße Belag auf der Schale ist kein Schmutz, sondern eine natürliche Wachsschicht. Sie schützt die Frucht vor dem Austrocknen und ist ein verlässliches Frischezeichen – wasche Zwetschgen deshalb erst kurz vor dem Verzehr. Ungewaschen und kühl gelagert halten sie sich rund eine Woche.

Mirabellen sind die kurzlebigere Verwandtschaft: klein, gelb, sehr süß und nach zwei bis drei Tagen vorbei. Wer sie kaufen kann, sollte gleich einkochen oder einfrieren.

Ein Großteil dieses Obstes wächst nicht in Plantagen, sondern auf Streuobstwiesen. Baden-Württemberg hat davon die größten Bestände in Deutschland – entsprechend gut ist dort das Direktangebot: Hofläden rund um Stuttgart.

Zuckermais: hier zählt jeder Tag

Kein anderes Sommergemüse verliert so schnell an Qualität wie Zuckermais. Nach der Ernte beginnt der Zucker in den Körnern, sich in Stärke umzuwandeln – aus süß wird binnen weniger Tage mehlig. Genau deshalb ist Mais vom Feld nebenan geschmacklich ein anderes Produkt als Ware aus der Kühlkette.

Frische erkennst du am Kolben selbst: Die Lieschblätter sollten saftig grün anliegen, die Fäden am oberen Ende feucht und hellgolden sein, die Körner prall und dicht gereiht. Beim Kochen gilt eine simple Regel – kein Salz ins Wasser, das macht die Körner zäh. Zehn bis fünfzehn Minuten in ungesalzenem Wasser reichen. Auf dem Grill bleibt der Kolben am besten in seinen eigenen Lieschblättern.

👉 Alle Hofläden auf der Karte finden

Die ersten Äpfel und Birnen – und warum sie nicht in den Keller gehören

Ende August kommen die ersten heimischen Äpfel: der Klarapfel mit hellem, mürbem Fleisch, James Grieve, dann der Gravensteiner. Sommeräpfel sind kein Lagerobst. Sie werden nach wenigen Tagen weich und mehlig – wer eine größere Menge kauft, verarbeitet sie am besten direkt zu Mus oder Kompott. Der Klarapfel ist dafür ohnehin die bessere Wahl als für die Obstschale.

Bei Birnen ist das Zeitfenster noch enger. Sie werden fest geerntet und reifen nach; ob es so weit ist, prüfst du nicht am Bauch der Frucht, sondern am Stielansatz: Gibt der Bereich rund um den Stiel auf leichten Druck nach, ist sie reif. Danach bleiben ein, zwei Tage, bevor sie innen mürbe wird.

Das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas liegt vor der Haustür Hamburgs, im Alten Land südlich der Elbe – Höfe mit eigenem Verkauf gibt es dort reichlich: Hofläden rund um Hamburg.

Zwiebeln, Kohl und Bohnen: das Gemüse für den Vorrat

Im August wird die Zwiebelernte eingefahren. Frisch geerntete Zwiebeln brauchen erst ein bis zwei Wochen zum Abtrocknen, bevor sie lagerfähig sind – danach halten sie luftig, dunkel und kühl viele Monate. Wichtig: Zwiebeln und Kartoffeln nie nebeneinander lagern. Die Zwiebeln geben Feuchtigkeit ab, die Kartoffeln keimen dadurch schneller.

Dazu kommt jetzt Kohl in ganzer Breite – Weiß-, Rot- und Spitzkohl, Wirsing, Blumenkohl, Brokkoli, Romanesco. Und Bohnen in Hochsaison, bei denen eine Regel nicht verhandelbar ist: nie roh essen. Das enthaltene Eiweiß Phasin wird erst durch mindestens zehn Minuten Kochen unschädlich.

Wer Sorten vergleichen will, ist auf dem Wochenmarkt richtig – dort stehen häufig mehrere Betriebe nebeneinander: Wochenmärkte in Berlin oder Wochenmärkte in Leipzig.

Kurze Wege, voller Geschmack

Bei Zuckermais, Mirabellen und Sommeräpfeln entscheidet die Zeit zwischen Ernte und Küche über den Geschmack – nicht die Sorte und nicht der Preis. Ein Einkauf direkt beim Erzeuger ist hier schlicht die Garantie, dass die Ware nicht schon Tage unterwegs war.

Und nebenbei: Erntefeste und Hoffeste

Der Spätsommer ist Hochsaison für Hoffeste, Erntedank-Auftakte und Bauernmärkte – oft die beste Gelegenheit, einen Betrieb kennenzulernen, bei dem man sonst nur am Verkaufsstand steht. Mit dem Eventfinder auf der Startseite gibst du Ort oder Postleitzahl ein und siehst alle Termine im Umkreis, inklusive Entfernung. Oder du stöberst direkt auf der interaktiven Karte.

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