Ein einzelner rot gestreifter Apfel hängt an einem flechtenbewachsenen Ast in einer herbstlichen Streuobstwiese bei Beilstein in Württemberg
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Saisonkalender Oktober: Was jetzt frisch aus der Region kommt

Lageräpfel, Esskastanien, der erste Rosenkohl, Schwarzwurzeln und Topinambur – im Oktober beginnt das Wintergemüse. Was jetzt frisch geerntet wird, wie du es richtig lagerst und wo du direkt beim Erzeuger einkaufst.

Tobias Leckeband
Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Saisonkalender Oktober: Was jetzt frisch aus der Region kommt

Im Oktober kippt das Angebot: Die letzten Freilandtomaten und Zucchini verschwinden mit den ersten kalten Nächten, dafür kommen die Gemüse, die bis in den Februar hinein vom Feld geholt werden – Rosenkohl, Schwarzwurzeln, Topinambur, Steckrüben. Gleichzeitig läuft die Apfelernte auf die späten Lagersorten zu, und in der Pfalz und am Oberrhein fallen die Esskastanien.

Hier steht, was jetzt frisch geerntet wird, wie du es lagerst und was bei der Zubereitung zählt.

Was jetzt Saison hat

Obst aus heimischem Anbau:

  • Äpfel – Haupternte der späten Lagersorten wie Boskoop, Topaz, Jonagold, Braeburn und Pinova
  • Birnen – Conference, Alexander Lucas und andere Herbst- und Lagerbirnen
  • Quitten – jetzt in voller Reife
  • Walnüsse und Haselnüsse – frisch getrocknet aus der diesjährigen Ernte
  • Esskastanien – der Neuzugang des Monats, vor allem aus der Pfalz und dem badischen Oberrhein
  • Tafeltrauben – die letzten aus Pfalz und Baden
  • Zwetschgen – nur noch späte Sorten in der ersten Monatshälfte
  • Hagebutten und Sanddorn – zum Verarbeiten

Gemüse frisch vom Feld:

  • Rosenkohl – die Ernte beginnt jetzt und reicht bis in den Winter
  • Schwarzwurzeln und Topinambur – ab Oktober aus der Erde
  • Grünkohl – die ersten Pflanzen, die Hauptsaison folgt nach dem Frost
  • Kürbis – Hokkaido, Butternut, Muskatkürbis
  • Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Knollensellerie, Pastinaken, Petersilienwurzel
  • Steckrüben und Teltower Rübchen
  • Kohl – Weiß-, Rot- und Spitzkohl, Wirsing, Chinakohl, Blumenkohl, Brokkoli
  • Lauch, Zwiebeln, Meerrettich, Rettich
  • Feldsalat, Endivien, Zuckerhut, Radicchio sowie Spinat und Mangold

Äpfel: Pflückreife ist nicht Genussreife

Die späten Apfelsorten werden im Oktober gepflückt – aber nicht alle schmecken schon am Tag der Ernte. Ein Boskoop frisch vom Baum ist sauer und hart, nach einigen Wochen im kühlen Keller wird er mürber und aromatischer. Ähnlich verhält es sich mit vielen anderen Lagersorten: Pflückreife und Genussreife liegen bei ihnen Wochen auseinander. Ein Topaz oder Pinova ist dagegen schon kurz nach der Ernte gut essbar und hält trotzdem lange. Wer im Hofladen einen größeren Vorrat kauft, sollte deshalb fragen, ab wann eine Sorte ihr Aroma entwickelt – und welche sofort gegessen werden will.

Zum Einlagern gilt: kühl, dunkel und eher feucht, damit die Früchte nicht schrumpeln. Ein ungeheizter Keller oder eine Garage, die frostfrei bleibt, eignet sich. Nur makellose Äpfel einlagern und getrennt von Kartoffeln und Gemüse halten, weil sie Ethylen abgeben, das andere Ware schneller reifen lässt.

Der Oktober ist außerdem der Hauptmonat der Streuobstwiesen. Die hochstämmigen Bäume, wie auf dem Foto oben bei Beilstein in Württemberg, tragen oft alte Sorten, die im Supermarkt nicht zu finden sind – vieles davon geht in Saft und Most. Wer Streuobstsaft kaufen will, findet ihn häufig im Direktverkauf: Hofläden in Deutschland oder direkt auf der Karte.

Esskastanien: kurz haltbar, lange Tradition

Esskastanien – in der Pfalz „Keschde" genannt – wachsen in Deutschland vor allem dort, wo es mild genug ist: am Haardtrand der Pfalz, am badischen Oberrhein und in einigen Lagen an Mosel und Saar. Im Oktober fallen die stacheligen Fruchtbecher von den Bäumen. Die Pfalz hat dazu sogar einen eigenen Wanderweg, den Pfälzer Keschdeweg durch die Kastanienwälder am Rand des Pfälzerwalds.

Frische Esskastanien sind deutlich empfindlicher, als ihre harte Schale vermuten lässt. Sie trocknen aus oder schimmeln innerhalb weniger Wochen, im Kühlschrank halten sie etwa ein bis zwei Wochen. Vor dem Rösten werden sie an der gewölbten Seite kreuzweise eingeschnitten, sonst platzen sie im Ofen. Eine einfache Probe vorab: Kastanien in eine Schüssel Wasser geben – was oben schwimmt, ist meist hohl oder von Larven befallen und wird aussortiert.

In der Pfalz gehören geröstete Keschde traditionell zum Federweißer und zum neuen Wein. Einen Überblick über die Betriebe der Region gibt es unter Weingüter in Neustadt an der Weinstraße.

Rosenkohl, Schwarzwurzel, Topinambur: das Wintergemüse beginnt

Mit dem Oktober startet die Ernte von drei Gemüsen, die viele nur vom Hörensagen kennen oder aus der Kantine fürchten.

Rosenkohl wird von unten nach oben am Strunk geerntet, die Pflanze bleibt dabei bis in den Winter auf dem Feld stehen. Nach den ersten Frostnächten schmeckt er milder, weil die Pflanze bei Kälte Stärke in Zucker umwandelt. Beim Einkauf auf feste, geschlossene Röschen ohne gelbe Blätter achten. Kurz gegart oder im Ofen geröstet verliert er die schwefelige Note, die beim langen Kochen entsteht.

Schwarzwurzeln heißen auch „Winterspargel", und so werden sie oft auch zubereitet. Beim Schälen tritt ein klebriger Milchsaft aus, der braune Flecken auf Händen und Arbeitsfläche hinterlässt – also Handschuhe tragen. Die geschälten Stangen sofort in Wasser mit einem Schuss Essig oder Zitrone legen, sonst verfärben sie sich grau.

Topinambur ist eine Knolle mit leicht nussigem Geschmack, die roh in dünnen Scheiben ebenso funktioniert wie als Püree oder Suppe. Seine Schale ist dünn, er wird deshalb nur gründlich gebürstet. Lange lagern lässt er sich nicht: Im Kühlschrank hält er etwa eine Woche. Weil er reich am Ballaststoff Inulin ist, verträgt nicht jeder größere Mengen.

Alle drei findest du im Herbst eher am Marktstand eines Gemüsebaubetriebs als im Supermarkt, zum Beispiel unter Wochenmärkte in Berlin, Wochenmärkte in Hamburg oder Wochenmärkte in München.

Vorrat anlegen: Kartoffeln und Wurzelgemüse richtig lagern

Der Oktober ist der Monat, in dem sich ein Wintervorrat lohnt – vorausgesetzt, die Lagerung stimmt.

Kartoffeln brauchen Dunkelheit und Kühle, ideal sind etwa vier bis sechs Grad. Unter vier Grad wandeln sie Stärke in Zucker um und schmecken süßlich. Licht lässt sie grün werden und keimen; grüne Stellen und Keime großzügig wegschneiden, denn dort sitzt Solanin.

Möhren, Rote Bete und Pastinaken halten am längsten, wenn das Laub direkt nach dem Kauf abgedreht wird, weil es der Wurzel Feuchtigkeit entzieht. Ungewaschen in einer Kiste mit feuchtem Sand gelagert, bleiben sie im kühlen Keller wochenlang knackig. Wer keinen Keller hat, kauft besser kleinere Mengen und dafür öfter – der Wochenmarkt hat das ganze Winterhalbjahr geöffnet.

Feldsalat dagegen ist kein Lagergemüse: Er welkt schnell und gehört innerhalb von zwei, drei Tagen auf den Teller.

Kurze Wege, voller Vorrat

Im Oktober entscheidet sich, wie gut die Küche durch den Winter kommt. Viele der Sorten, die jetzt geerntet werden, sind genau dafür gezüchtet – und am Hofladen oder Marktstand bekommst du die Auskunft, welche Sorte wie lange hält. Was im September begann, steht in unserem Saisonkalender September.

Und nebenbei: Erntedank, Apfel- und Kastanienfeste

Der Oktober beginnt mit Erntedank, und auf vielen Höfen und in vielen Gemeinden folgen Apfelmärkte, Kartoffel- und Kastanienfeste. Mit dem Eventfinder auf der Startseite gibst du Ort oder Postleitzahl ein und siehst alle Termine im Umkreis, inklusive Entfernung. Oder du stöberst direkt auf der interaktiven Karte.

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